Smarter Campingplatz: Energiemanagement, Licht und automatischer Check-in mit Loxone

„Ich habe mich schon lange mit unserem Stromverbrauch beschäftigt. Jetzt sehe ich jeden Stellplatz einzeln, die Abrechnung macht sich beim Check-out von selbst, und ich sehe genau, wo wir optimieren und einsparen können. Und wir sparen uns jeden Tag rund eine Stunde.“

von Matthias Dünser, Camping Sonnenberg

Smarter Campingplatz: Energiemanagement, Licht und automatischer Check-in mit Loxone

Wie wird ein Campingplatz mit 100 Stellplätzen smart, ohne dass die bestehenden Elektroinstallationen erneuert werden müssen? Bei Camping Sonnenberg in Nüziders bei Bludenz (Vorarlberg) hat der Dorfelektriker ein Energiemanagement mit Loxone umgesetzt. Es misst den Stromverbrauch jedes einzelnen Stellplatzes, zeichnet die Erzeugung der 30-kWp-PV-Anlage auf, steuert Terrassen-, Weg- und Sanitärbeleuchtung automatisch, checkt Gäste beim Anstecken automatisch ein und erstellt beim Check-out die Stromabrechnung. Die vorhandenen Stromverteilerkästen wurden erweitert und weiterverwendet. Seit der Saison 2026 läuft das System im Vollbetrieb. Laut Betreiber Matthias Dünser spart das seinem Team rund eine Stunde Arbeit pro Tag.

Ein Familienbetrieb mit Blick auf die Berge

Camping Sonnenberg liegt in sonniger Südhanglage oberhalb von Nüziders, am Eingang zu fünf Alpentälern. Familie Dünser führt den Platz seit 1964, heute wird er in zweiter Generation von Beate und Matthias Dünser geführt. Es gibt 100 großzügig parzellierte Terrassen-Stellplätze und zwei Mountain-Chalets. Die Gäste kommen zum Großteil aus Deutschland und den Niederlanden, dazu aus der Schweiz und aus Belgien. Die meisten sind zum Wandern, Radfahren und für Bergtouren da.

Matthias Dünser ist ein technisch versierter Betreiber. Er kennt seine Anlage genau, macht vieles selbst und beschäftigt sich schon lange damit, den Stromverbrauch am Platz zu optimieren. Was ihm fehlte, war ein System, das alle Verbraucher sichtbar macht und die Abrechnung für die Gäste einfach, schnell und fair erledigt.

Wie das Projekt entstanden ist

Der Kontakt ist über viele Jahre gewachsen. Fabian Neyer, heute bei unserem Partnerunternehmen Conceptlicht als Lichtberater tätig, ist in der Nachbarschaft aufgewachsen. Er hat dort als Ferialpraktikant angefangen und auch während der Ausbildung einige Sommer am Platz gearbeitet. Er kennt den Betrieb also von innen. Fabian hat unseren Kollegen Tobias Juen dazugeholt, und bei einem gemeinsamen Besuch am Campingplatz wurden die Ideen gesammelt und das Projekt beschlossen.

Die Ziele waren klar:

  • Transparenz: Sehen, was die PV-Anlage erzeugt und wo der Strom hingeht, bis auf den einzelnen Stellplatz.
  • Faire Abrechnung: Pro Nacht sind 4 kWh inklusive, nur wer mehr verbraucht, zahlt den Mehrverbrauch.
  • Weniger Handarbeit: Check-in, Zählerstände und Abrechnung sollen automatisch laufen.
  • Nachhaltigkeit: Licht nur dann, wenn es gebraucht wird, und möglichst viel Eigenstrom nutzen.

Technik erklärt: Smart werden im Bestand

Das Besondere an diesem Projekt: Es wurde nichts abgerissen. Die bestehenden Stromverteilerkästen bei den Stellplätzen wurden umgebaut, erweitert und mit der Loxone-Technik ausgestattet. So konnten die Kästen weiterverwendet werden, und das Budget floss in die Intelligenz des Systems statt in neue Gehäuse.

Genauso im Sanitärhaus: Die vorhandene LED-Beleuchtung wurde um zusätzliche Profile ergänzt, die Dusche adaptiert und in die Steuerung eingebunden. In der Nacht schaltet das Licht zeitgesteuert in einen gedämpften Nachtmodus und geht nur bei Bewegung an. Wer um zwei Uhr früh zum Waschraum geht, wird also nicht von grellem Licht geblendet, und trotzdem ist alles sicher ausgeleuchtet. Die Terrassen- und Wegbeleuchtung schaltet über die Astrouhr im Loxone: Sie richtet sich nach der Dämmerung und nach der Uhrzeit. Über Loxone wird auch die Entlüftungsanlage der Dusch-, WC- und Waschräume je nach erforderlicher Leistung und Zeit (Erfahrungswerte) gesteuert.

Alle Messwerte laufen in den drei Miniservern zusammen. Matthias Dünser sieht auf einer grafischen Übersicht des ganzen Platzes, welche Stellplätze belegt sind, wie viel Strom gerade verbraucht wird und was die PV-Anlage liefert. Zugriff hat er jederzeit und überall: per App am Handy, am PC im Büro und am Tablet. Farben zeigen ihm auf einen Blick, auf welchem Stellplatz mehr Strom verbraucht wird als die 4 kWh, die pro Nacht inklusive sind.

Der Check-in läuft ohne Zutun: Steckt ein Gast am Stellplatz seinen Wohnwagen oder ein anderes Gerät an, erkennt der Zähler den Verbrauch und das System führt den Platz als belegt. Der Check-out ist an die Abreisezeit gekoppelt, wird aber bewusst von Hand bestätigt, denn manche Gäste reisen auch einmal später ab. Mit dem Check-out erstellt das System den Verbrauchsreport und die Abrechnung automatisch.

Herausforderungen und Lösungen

Ein großes Loxone-Projekt, eine einfache Oberfläche. Die größte Herausforderung war die Größe des Projekts. Drei Miniserver, rund zehn Extensions, darunter mehrere Tree-Extensions, und bis zu 120 Zähler: Das alles musste so zusammengeführt werden, dass am Ende eine übersichtliche, schöne Benutzeroberfläche entsteht. Besonders umfangreich waren die Visualisierung und die Steuerung der pauschalierten, automatisierten Abrechnung mit 4 kWh Inklusivverbrauch pro Nacht.

100 Stellplätze, 100 Abrechnungen. Auf einem Campingplatz wechseln die Gäste ständig. Früher mussten Zählerstände abgelesen, notiert und händisch in die Rechnung übernommen werden. Heute wird jeder Stellplatz einzeln gemessen, und beim Check-out liegt der Verbrauchsreport automatisch vor. Gäste können sogar bis zu 1,5 Tage vor dem tatsächlichen Abreisezeitpunkt auschecken, der Stromverbrauch wird aliquot hochgerechnet.

Ein gewachsener Platz am Hang. Der Campingplatz ist über Jahrzehnte gewachsen und liegt terrassiert am Südhang. Ein bestehendes System in ein Loxone-Projekt umzurüsten, verlangte einiges an Improvisation. Statt alles neu zu verkabeln, haben wir auf den bestehenden Verteilern aufgebaut und sie gezielt erweitert. Dass das so gut funktioniert hat, liegt auch an Familie Dünser: Sie hat in den vergangenen Jahren nicht nur nachhaltig, sondern auch vorausschauend geplant und vieles vorbereitet. Die großzügig dimensionierten Verteiler haben die nachträgliche Erweiterung erst möglich gemacht.

Ein Kunde, der seine Anlage kennt. Weil Matthias Dünser selbst technisch sehr versiert ist, war von Anfang an wichtig, dass er vollen Zugang zum System hat und es jederzeit selbst bedienen kann. Die Visualisierung ist deshalb so aufgebaut, dass er Einstellungen selbst anpassen kann, ohne jedes Mal einen Techniker zu rufen.

Ergebnis: eine Stunde mehr am Tag für die Gäste

Fertiggestellt wurde das Projekt im Mai 2025. Somit ist 2026 die erste Saison im Vollbetrieb, und die Bilanz ist deutlich:

  • Rund 1 Stunde Zeitersparnis pro Tag. Bei einer Saison von Mitte Mai bis Ende September sind das über 130 Stunden.
  • Faire Stromabrechnung: 4 kWh pro Nacht sind inklusive, darüber zahlt jeder Gast nach tatsächlichem Verbrauch, nachvollziehbar mit Report.
  • Volle Transparenz: Erzeugung der 30-kWp-PV-Anlage, Gesamtverbrauch und jeder einzelne Stellplatz auf einen Blick.
  • Licht nach Bedarf: Terrassen, Wege und Sanitärbereich sind automatisch beleuchtet. Das spart Strom und sorgt für Sicherheit am Abend.
  • Erreichbar, auch wenn niemand am Empfang ist: Die Sprechstelle verbindet Gäste direkt mit der Familie.
  • Zukunftsfähig: Weil alles in einem System läuft, lassen sich weitere Funktionen jederzeit ergänzen, zum Beispiel Ladestationen für E-Autos oder ein Batteriespeicher, der den Sonnenstrom für den Abend speichert.

Und die Gäste? Als wir zum Fotografieren am Platz waren, kam eine Camperin auf uns zu, die zum ersten Mal auf Empfehlung von Bekannten da war. Für sie ist Sonnenberg „fünf Sterne plus“: Sie war restlos begeistert vom Ambiente, von der Sauberkeit und davon, wie liebevoll der Platz gepflegt und geführt wird. Genau dafür ist die Technik da. Sie arbeitet im Hintergrund, damit Familie Dünser mehr Zeit für das hat, was ihre Gäste so schätzen.

Für wen sich ein intelligentes Energiesystem lohnt

Was am Campingplatz funktioniert, funktioniert auch in anderen Betrieben mit vielen Verbrauchern und wechselnden Nutzern: in Hotels und Pensionen, Ferienwohnungen, Wohnanlagen, Gewerbe- und Bürogebäuden. Überall dort, wo du wissen willst, wo dein Strom hingeht, wo PV-Strom sinnvoll eingesetzt werden soll oder wo Abrechnung und Licht heute noch Handarbeit sind.

Wir schauen uns deine bestehende Anlage an und sagen dir ehrlich, was sich weiterverwenden lässt und was ein intelligentes System für dich bringt.

 

Du interessierst dich für ein intelligentes Energiesystem oder willst deine Beleuchtung und Abrechnung automatisieren? Melde dich bei uns. Wir kommen vorbei, schauen uns deine Anlage an und zeigen dir, was möglich ist.

Michael Hämmerle
von Michael Hämmerle