Vom Lehrling zum Ausbilder

Vom Lehrling zum Ausbilder

Constantin Schöch und Felix Dobler haben am 10. September 2026 das WIFI-Ausbildertraining abgeschlossen. Damit dürfen die beiden offiziell Lehrlinge ausbilden – in dem Betrieb, in dem sie selbst ihre Lehre gemacht haben.

zwei neue Ausbilder beim Dorfelektriker in Götzis

Was hinter dem Zertifikat steckt

Ausbilder wird man in Österreich nicht nebenbei. Das WIFI-Ausbildertraining umfasst 40 Unterrichtseinheiten, am Ende steht ein Fachgespräch, vor einer Prüfungskommission. Der Kurs ist laut Berufsausbildungsgesetz der Ausbilderprüfung gleichgehalten – und erst mit dieser Qualifikation darf man Lehrlinge ausbilden.

Inhaltlich geht es um weit mehr als Fachwissen: Ausbildungsplanung und Ausbildungsziele, Lehrlinge anleiten, fördern und beurteilen, Kommunikation und Konfliktlösung, Rechte und Pflichten in der Lehrausbildung, Berufsausbildungsgesetz und Jugendschutz sowie praktische Methoden, um Wissen weiterzugeben.

Der Kreis schließt sich

Das Besondere an Constantin und Felix: Beide haben ihre Lehre zum Elektrotechniker beim Dorfelektriker gemacht. Sie kennen die Lernwerkstatt von der anderen Seite des Arbeitsplatzes, sie wissen, wie sich die erste Woche auf einer Baustelle anfühlt, und sie können sich noch gut erinnern, welche Fragen zu Beginn der Lehrzeit auftauchen. Genau deshalb sind sie gute Ausbilder. Wer den Weg vor kurzem selbst gegangen ist, erinnert sich noch recht gut daran, wo es schwierig war.

17 Ausbilderinnen und Ausbilder für 14 Lehrlinge

Mit den beiden sind es jetzt 17 Mitarbeitende im Haus, die die Ausbilderqualifikation haben – bei derzeit 14 Lehrlingen. Das ist kein Zufall, sondern Absicht: Bei uns gibt es ausschließlich nebenberufliche Ausbilder*innen, also Fachkräfte, die neben der Ausbildung ihre normale Arbeit machen. Laut Berufsausbildungsgesetz darf jede und jeder von ihnen höchstens fünf Lehrlinge betreuen, dazu kommt ein Fachkräfteschlüssel, der einzuhalten ist.

Je mehr qualifizierte Ausbilderinnen und Ausbilder im Betrieb sind, desto besser und vor allem auch flexibler verteilt sich die Betreuung. Im Oktober 2026 kommt mit Marco Brunner der nächste Kollege dazu.

Ausbildung hat bei uns einen festen Platz

Seit 1997 trägt der Dorfelektriker immer wieder den Titel „Ausgezeichneter Lehrbetrieb“ der Wirtschaftskammer Vorarlberg. Die Auszeichnung gilt nicht dauerhaft, sie muss regelmäßig neu geprüft werden. Zwei zusätzliche Ausbilder sind einer der Gründe, warum uns das gelingt.

Gratulation an Constantin und Felix – und danke, dass ihr euch die Zeit dafür genommen habt.