Fünf Tage Startklar-Woche: So beginnt die Lehre beim Dorfelektriker

Die Starklar-Woche beim Dorfelektriker

Eine Lehre zum Elektrotechniker*in dauert vier Jahre. Für den Anfang nehmen wir uns eine Woche Zeit: die Startklar-Woche, unser Onboarding für alle neuen Lehrlinge. Fünf Tage, in denen sie unseren Betrieb in Götzis, das Werkzeug und ihre Kolleginnen und Kollegen kennenlernen, bevor der Alltag beginnt. Felix Pleschberger und Nicklas Göschl sind Anfang September so in ihre Lehre gestartet. Hier erfährst du, was in diesen fünf Tagen passiert.

Startklar-Woche Dorfelektriker (6)

So beginnt die Lehre

Ankommen und Kennenlernen

Den Start macht Lehrlingsbetreuerin Raphaela Beran: Begrüßung, Leitbild, Rechte und Pflichten, Betriebsrundgang. Vom Aufenthaltsraum über die Lernwerkstatt bis zum eigenen Fach im Team – und vorbei an allen, mit denen man ab jetzt zusammenarbeitet. Dazu die digitalen Arbeitsmittel: Zugänge, Teams, Zeiterfassung, alles wird gemeinsam eingerichtet.

Am Nachmittag übernimmt Lehrlingsausbilder Roderich Sandri. Zuerst der eigene Werkzeugkoffer, beschriftet mit dem eigenen Namen. Danach Sicherheitsunterweisung, Bau- und Sicherheitsvorschriften sowie Maschinen- und Werkzeugkunde. Ein Thema, das im ersten Lehrjahr besonders wichtig ist: unser Lager. Dort liegt die Ware für unsere Baustellen und unsere Lehrlinge helfen von Anfang an beim Material richten mit. Also lernen sie in dieser Woche, wo sie das Material für Baustellen finden und wie die Entsorgung und Mülltrennung beim Dorfelektriker organisiert ist.

Zwischen Lernwerkstatt und Baustelle

Die restlichen Tage verbringen die beiden dort, wo sie auch die nächsten vier Jahre unterwegs sein werden: in unserer Lernwerkstatt im Glashaus und draußen auf der Baustelle. In der Lernwerkstatt darf man ausprobieren, nachfragen und noch einmal von vorn anfangen. Auf der Baustelle erlebt man, wie im Alltag aus der gelerneten Theorie auf einmal praktisches Handwerk wird.

Auf dem Programm stehen die Grundlagen des Handwerks – Löten, Ösen biegen, Kanal verlegen und die klassischen Schaltungen wie Wechsel-, Kreuz- und Stromstoßschaltung. Das sind die ersten Schritte von vielen: Die Ausbildung ist in ein Grund-, ein Haupt- und ein Spezialmodul gegliedert, dazu kommt jedes Jahr ein zehnwöchiger Block an der Landesberufsschule Bregenz.

Kick-off-Workshop und Ausflug

 

Ein Tag gehört ganz dem Miteinander. Im Kick-off-Workshop mit Nicole Scheichl geht es um Umgangsformen, um den Auftritt im Betrieb und beim Kunden und um die Erwartungen an die eigene Lehrzeit. Zum Schluss schreibt jeder einen Brief an sich selbst, den er am Ende der Lehrzeit wieder öffnet.

Am Nachmittag geht es dann raus: Lehrlingsausflug, Lehrlingssitzung und gemeinsames Abendessen mit allen Lehrlingen und Ausbilderinnen und Ausbildern. Wer die anderen Lehrlinge kennt, hat von Anfang jemanden zum Fragen.

Zuhören gehört für uns zum Ausbilden

Zwei Dinge sind uns in dieser Woche besonders wichtig. Am ersten Tag fragen wir die neuen Lehrlinge, was sie sich von der Woche und von ihrer Lehrzeit erwarten. Und am Ende gibt es eine Feedbackrunde, denn Ausbilden ist bei uns keine Einbahnstraße.

Wer die erste Woche Zeit hatte, Werkzeug, Abläufe und Namen kennenzulernen, kommt am Montag danach ganz anders in den Betrieb – neugierig, sicher und mit dem Gefühl, dazuzugehören. Genau dieses Gefühl entscheidet mehr über eine Ausbildung als vieles, was in den Wochen danach passiert.

Die Startklar-Woche auf einen Blick

  • Fünf Tage Onboarding – jedes Jahr für alle neuen Lehrlinge
  • Betriebsrundgang, Leitbild, Vorstellung bei allen Mitarbeitenden
  • Schlüssel inkl. Digibon, Arbeitskleidung und eigener Werkzeugkoffer mit Namen
  • Sicherheitsunterweisung, Werkzeug- und Maschinenkunde, Lager und Materialrichten
  • Lernwerkstatt und Baustelle: Löten, Ösen biegen, Kanal verlegen, Wechsel-, Kreuz- und Stromstoßschaltung
  • Kick-off-Workshop und Lehrlingsausflug mit allen Lehrlingen
  • Erwartungsrunde am Anfang, Feedbackrunde am Ende
  • Begleitet von Raphaela Beran, Roderich Sandri und Nicole Scheichl