Führung lernt man nicht nebenbei

Führung lernt man nicht nebenbei
Die Dorfakademie ist unser internes Weiterbildungsprogramm. Sie bündelt, was der Dorfelektriker im Haus an Aus- und Weiterbildung anbieten – für Lehrlinge, für Monteure und für Mitarbeitende mit Führungsverantwortung. Seit April 2026 läuft darin die Führungskräfteausbildung. 16 Mitarbeitende sind gerade mittendrin.

Warum wir in Führung investieren
Wir sind ein Familienbetrieb, seit 1982 in Götzis, mit rund 85 Mitarbeitenden aus neun Nationen. Wer bei uns eine Lehre macht, bleibt oft – und übernimmt irgendwann Verantwortung für ein Montage-Team. Genau da liegt aber auch die Herausforderung. Fachlich stark zu sein heißt nicht automatisch, auch führen zu können. Das ist ein eigenes Handwerk, mit eigenen Werkzeugen. Wer es nie gelernt hat, macht es so, wie er es selbst erlebt hat – und das ist bei jeder und jedem anders. Uns war wichtig, dass alle nach demselben Plan arbeiten. Dass ein Feedback bei uns überall gleich viel wert ist. Dass Themen dort besprochen werden, wo sie entstehen.
Was in der Ausbildung passiert
Die Ausbildung läuft über mehrere Monate und wird von externen Coaches begleitet – bewusst von außen, weil jemand ohne Betriebsbrille andere Fragen stellt. Drei Live-Tage über das Jahr verteilt, jeweils ganztägig. Dazwischen arbeiten die Teilnehmenden in kleinen Gruppen zu fünft mit einem eigenen Coach an echten Situationen aus ihrem Alltag – kein Rollenspiel mit erfundenen Fällen, sondern das, was am Montag tatsächlich ansteht. Ergänzt wird das durch virtuelle Einheiten in kleiner Runde. Inhaltlich geht es um diese Themen:
- Ein gemeinsames Kompetenzmodell – welche Führungswerkzeuge es bei uns überhaupt braucht
- Werkzeugkoffer-Workshops – Schritt-für-Schritt-Vorgehensweisen für die Situationen, die wirklich häufig vorkommen
- Feedback geben und einfordern – direkt, klar und trotzdem wohlwollend
Führung wie ein Bauplan
Für uns liegt der Vergleich nahe: In der Elektroplanung würde niemand auf die Idee kommen, ohne Plan loszulegen und darauf zu hoffen, dass am Ende alles zusammenpasst. Es gibt Normen, Abläufe, eine Reihenfolge. Genau deshalb funktioniert es. Diese Qualität streben wir auch beim Thema Führung an. Dass sich die 16 teilnehmenden Mitarbeitenden so reinhängen, zeigt, dass wir das Thema richtig angepackt haben.
„Ich hab vorher gedacht, Führung ist Typsache – entweder man kann’s oder nicht. Jetzt weiß ich, dass es Werkzeuge gibt, die man lernen kann. Unangenehme Themen zum richtigen Zeitpunkt anzusprechen, fällt nicht immer leicht. Aber ich weiß jetzt, wie ich es angehe.”

Die Dorfakademie auf einen Blick
- Lernwerkstatt – jeden Mittwoch ganztägig für unsere Lehrlinge, Theorie am Vormittag, Werkstatt am Nachmittag
- Jungmonteurausbildung – der Übergang von der Lehre zur selbstständigen Arbeit auf der Baustelle
- Führungskräfteausbildung – über mehrere Monate, extern begleitet, Mitarbeitende mit Teamverantwortung
- Monatliche Stammtische – fachlicher Austausch über die Teams hinweg
- Ausgewählte externe Kurse – je nach Aufgabenbereich
Ein Bauplan wird ja auch nicht einmal gezeichnet und dann weggelegt. Er wird ergänzt, korrigiert und weitergegeben – und genau so halten wir es mit dem, was wir können und lernen wollen. Die Dorfakademie ist deshalb nichts, was irgendwann fertig ist. Sie wächst mit dem, was unsere Mitarbeitenden brauchen.
